aktueller bericht aus paris

rue de rosier, 2011



malakoff, 2011
centre pampidou, 2011



regenwolken ziehen am himmel umher, es regnet immer wieder, aber nur zwischendurch. die straßen sind nass, überall pfützen. amira hat mich eben am gare de l'est abgeholt, wir haben zuerst eine zigarette geraucht und seitdem nicht aufgehört damit. ganz schön viele kanacken gibt es hier, ich fühl mich richtig wohl, soviele araber und afrikaner habe ich in europa noch nie gesehen, sie reden alle ein gemisch an französisch und arabischen und afrikanischen Dialekten, für meine ohren manchmal kaum zu unterscheiden. hier sind die orientalischen imbissbuden gemütlicher als die türkischen neonröhrendönerläden in deutschland. 

wir haben eine bleibe in einem der melancholischen randgebiete, in malakoff, 16 stationen vom bahnhof entfernt, an der endstation porte d'orléans und dann mit dem bus links, recht, links, mitten im banlieu. es gibt soviel altbau in malakoff, obwohl es am stadtrand liegt, alles ist ein wenig abgefuckt, mir gefällt es, und alle häuser mit balkon, und viel ziegelstein.

metro zu fahren ist ein eigener genuss, klein, eng, gedrängt, geschäftsmänner lesen el pais, zu meiner freude kommt ab und an ein akkordeonspieler rein. und gestern hat siche eine gruppe von 6 geigern, einem bassisten, einem cellisten und einem dirigenten in der metro am châtelet aufgestellt, mitten im durchgang von einer linie zur anderen, standen sie stolz da und haben musiziert - die pariser gang! ich habe mir vorgenommen, den musikern geld zu geben statt fahrscheine zu kaufen, zur abwechslung mal sinnvolle illegalitäten. wenn kein wärter da ist, löst amira ein ticket und ich quetsche micht mit ihr zusammen durch die schranke. das geht ziemlich locker, es wird kaum kontrolliert in der stadt, nur manchmal an den ausgängen, da wollen sie die gelösten tickets sehen. 

wenn es mir nicht passt, tu ich so, als würde ich nichts verstehen, und oft verstehe ich auch nichts, aber mein französisch ist besser als das englisch der pariser, oder sagen wir der französischen pariser. ein glück für mich, weil sie nicht ihre englischkenntnisse bei mir proben wollen, also spreche ich französisch, vollkommen fehlerhaft und immer ohne subjonctive. 

und wir tun kaum etwas anderes als in den straßen umher zu laufen, metro zu fahren oder in einem der vielen kleinen cafes zu entspannen. die letzten 2 tage sind wir bis zur erschöpfung spazieren gegangen. da kam uns das centre pampidou mitten in der stadt vor wie eine oase: im erdgeschoss lief die videodans-ausstellung, ein ganzer tag lang pina bausch im kinosaal, frei zugänglich, still, dunkel und warm. der perfekte ort, um ein nickerchen zu halten. 

und in der nähe vom centre pampidou hat amira den besten falaffel-laden in paris entdeckt, ma'nouche, ein libanese. die machen sowieso den besten falaffel, das war in heidelberg so und in münchen auch. 4 stühle, 2 tische und eine theke. ich habe das gefühl hier sind nur araber. aber zwei straßen weiter treffen wir einen iraner, abdi, ihm gehört der schicke secondhandshop, in dem ich einen abgerockten ledermantel anprobiere, der viel zu teuer ist. das erinnert mich an berlin. typische großstadtallüre. wir haben eine ganze stunde mit dem mann über politik gequatscht, gesprächig sind sie hier, nicht nur die zugewanderten. der iraner hat sich als marxist entpuppt, der aus dem iran geflohen ist, nach einigen jahren moskau lebt er nun seit 26 jahren in paris. seine beiden kinder studieren an der sorbonne, ökonomie und juristerei, und sein sohn geht jeden freitag in die moschee, zum beten. 

irgendwie hat hier jeder seine geschichte und die steht den leuten gut. und am rue de rosier laufen besonders viele solcher figuren durch die gassen. hier scheinen lumpen aus dem 2. weltkrieg in kombination mit 200 euro dogs en vogue zu sein und das zu recht, es sieht wirklich fantastisch aus, und dieses ganze ambiente mitten im jüdischen viertel mit synagogen, jüdischen buchhandlungen, kosheren esslokalen und ernsthaften juden. ob ich ivrit spreche hat mich ein rabbi gefragt und hat sich schließlich auf jiddisch mit mir verständigt. vor freude habe ich mir eine pinke wolljacke gekauft und einem senegalesen aus nyc tscherkessischen folkloretanz beigebracht. das nächste mal möchte ich wieder eine ganze schachtel zigaretten an charmante schnorrer verteilen, wolof hören und ein konzert von amel mathlouthi besuchen.

 

Sabine Schiffer im Interview



In der Tageszeitung junge welt erschien am 3. Dezember ein ausführliches Interview mit der Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer vom Nürnberger Institut für Medienverantwortung.

Wörterayntoff

schutudgart
kölün
münhen

hapbahnoff
schiwanhalterschitrasse
meryemplass

schibedak
woswogen
vaagin

buluminkol
nudiln
gigohtis ei

rükin
schimersin
grank

schuturumf
buluse
ansuk

doyçlan.

Antonio Cosentino in München


Schiffe bauen, damit sie untergehen!“

Der Künstler Antonio Cosentino über die Widersprüche in der Kunst, die Magie der Zeit und das Glück ohne Wecker zu leben. 
 
Letzte Woche kam Antonio Cosentino aus Istanbul nach München und machte sich zusammen mit seinen Künstlerkollegen aus der Türkei und diversen Kunsterzeugnissen in der Galerie Kullukcu breit.  Cosentino ist der armenisch- italienisch- schweizer-türkische Künstler, der seit 2004 immer wieder nach München eingeladen wird, obwohl er kein Wort deutsch spricht.

Bei seiner letzen Ausreise am Münchner Flughafen wurde er in Gewahrsam genommen, weil der Bundesgrenzschutz seinem Kollegen mit Bin-Laden-Bart einen Visadelikt unterstellte. Cosentino ist der Typ, der den jungtürkischen Führer Cemal posthum beim Metzger abgegeben und die Nachbarschaft seines Ateliers in Karaköy verdorben und vor Hunderten von Zuschauern seine Meinung über die verlogene Geschichtsschreibung des türkischen Staates ausgesprochen hat, während die Paramilitärs nur so kochten. Und dann wurde er noch in der Goethestraße 30, München, zum Import-Exportschlager des Jahres 2011 gewählt. 

Um euch darauf aufmerksam zu machen, dass die von Antonio Cosentino kuratierte Ausstellung noch bis Ende Oktober in der Galerie Kullukcu läuft, habe ich Antonio dazu überredet, sich mit mir über Gott und die Welt zu unterhalten. Bei der zweistündigen Autofahrt quer durch München, führten wir das folgende Gespräch.

München goes Gastarbeit

München, Oktober 2011. 
50 Jahre Anwerbeabkommen zwischen Türkiye und Doyçland. Das Programm mit der progressiven Konzeptgestaltung in 2 Sprachen (!) gibt es hier.

Die Türken sagen: Rica ederiz. Ne demek! Sizi rahatsız etmemişizdir inşallah. Ettiysek kusurumuza bakmayın lütfen. Biz de en yakın zamanda sizi bekleriz. Gelin sizde azıcık bizim ülkeyi kalkındırın!  

 

Palestine 194?

von Imad Mustafa



Diese Woche ist es soweit. Nach über 60 Jahren Vertreibung und Exil und nach über 40 Jahren Besetzung wollen die Palästinenser die Weltgemeinschaft über die Anerkennung ihres Staatsprojekts abstimmen lassen. Ob das Ganze im Rahmen des UN-Sicherheitsrates oder in der Generalversammlung geschehen soll, ist noch nicht klar. Verwirrung gehört zur Taktik der palästinensischen Führung um Präsident Mahmud Abbas.


yanan arabalar nerede?



    
 
      Jugendliche in Rize, 1980. 
     Rize'li gençler.
    Youth in Rize.
    Des Jeunes en Rize.
    فُتُوَّة  





Die Toten von Birmingham


von Imad Mustafa

Haroon Jahan (21), Shazad Ali (30) und Abdul Musavir (31). Das sind die Namen der drei Menschen, die am 10.08.2011 Opfer eines Mordanschlages in Winson Green, einem ärmlichen Viertel von Englands zweitgrößter Stadt Birmingham, wurden.

Sie haben die Namen noch nie gehört? Vielleicht liegt es daran, dass die Rollenverteilung in diesem Fall nicht in die üblichen Schemata von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit passt, mit denen die hiesigen Mainstreammedien von SPON bis Tagesschau arbeiten. Und auch nicht in das Klischee des arbeitsfaulen Migranten, der marodierend und plündernd durch die Innenstadt zieht.

Heißt demokratisieren entpolitisieren ?

Warum die heutige Demokratie keine ist (yemezler!) und warum Marginalisierte die Hoffnungsträger der Demokratie sind.


Demokratie braucht Unruhen
 
von Tunay Önder


Carlos Santos vias flickR http://www.flickr.com/photos/grury/5300994372/


Im derzeit herrschenden Diskurs über Gesellschaftssysteme wird der „Triumph der Demokratie“ gefeiert. Während die als totalitär bezeichneten Systeme im wahrsten Sinne des Wortes Bankrott gegangen sind, glauben wir an die Fähigkeit und Wirksamkeit der demokratischen Herrschaftsform, die Bedingungen der Gemeinschaft, die Produktion von Reichtum sicherstellen zu können - trotz der weltweiten und anhaltenden Wirtschaftskrise. Die Legitimation der Demokratie wird ihr nicht nur aufgrund des wirtschaftlichen Sieges zugeschrieben. Sie wird gemeinhin erachtet als die gerechteste und beste Herrschaftsform, welche die Volkssouveränität durch ausgeklügelte Ideen der Gewaltenteilung, des Konsens-Prinzips, Mitbestimmung, Pluralismus, öffentliche Meinung in unvergleichbarer Weise gewährleiste.

Teppochaler Migrationshintergrund

Ein Beitrag von Florian France in Zusammenarbeit mit Tee Schuster. Für weitere Irritierungen siehe: http://florianfrance.wordpress.com/

Rassismus tötet, hier und jetzt




Nicht nur anderswo, sondern hier und jetzt, mitten unter uns:
Rassismus tötet
Von Markus Omar Braun

Dass Rassismus tödlich sein kann, ist vielen bekannt, aber immer noch zu wenigen. Dass Rassismus getötet hat, lässt manchen an Auschwitz denken: Stimmt! Es lässt manche an den Völkermord an den Armeniern denken: Stimmt! Es lässt viele Araber aber zu wenige Europäer an Sabra und Schatila denken: Stimmt! Es lässt kaum jemand an die schier endlosen Kriegs- und Kolonialverbrechen fast aller westeuropäischen Staaten in Afrika denken: Warum denn nicht, da es doch stimmt!?

Aufklärende Fragen


"Wer wächst noch da auf, wo er geboren wurde? 
Wer wohnt da, wo er aufgewachsen ist? 
Wer arbeitet da, wo er wohnt? 
Wer wohnt dort, wo seine Vorfahren gelebt haben? 
Und von wem sind die Kinder dieser Epoche, 
vom Fernsehen oder von ihren Eltern?"

 

WANTED


Wer hat diese Migranten-Truppe im Aufzug eines Münchner Hochhauses gesehen? Es handelt sich um ein extrem gefährliches Trio mit grünem Migrationshintergrund. Alle drei tragen Sonnenbrillen, zwei von ihnen haben Bomberjacken an. Nach bisherigen Zeugenaussagen beherrschen alle drei die Kunst der deutschen Sprache. Zeugen werden gebeten sich an das Migrantenstadl zu wenden. Hinweise, die weiterhelfen werden mit einem Dönerteller-Spezial belohnt.




Christy Schwundeck, 19. Mai 2011

Mit dem Namen ALLAHs, des Allerbarmers und Barmherzigen


Tod einer Deutsch-Nigerianerin, im Jahre 7 nach Hartz-IV

Christy Schwundeck, 19. Mai 2011

Von Markus Omar Braun



Christy Schwundeck telefonierte am Morgen des 19. Mai 2011, einem Donnerstag, mit ihrem Ehemann, von dem sie getrennt lebte, und erzählte ihm von ihrer Not: Sie hatte in der Woche zuvor einen Antrag auf Unterstützung beim Jobcenter Frankfurt eingereicht und bisher keine Zahlung erhalten. Auf diese Schilderung hin riet Peter Schwundeck ihr, das Jobcenter aufzusuchen und um einen Vorschuss zu bitten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Enddreißigerin nur noch wenige Stunden zu leben.

Religiöse Extremisten




Mit Schlagstock, Helm und Wasserwerfer zur Prozession:

Religiöse Extremisten

Von Markus Omar Braun


Woran einer sein Herz hänge, dass sei als sein Gott zu betrachten, gibt uns Martin Luther zu bedenken. Darin ist er sich mit Ibn Taimiyyah, einem weithin bekannten islamischen Theologen aus der Zeit der Mongolenkriege, einig. Der deutsche Spießbürger macht aus der Berechenbarkeit seiner Rente gleichsam sein Idol, seine bevorzugte Lebensvorstellung ist die einer Beamtenkarriere. Daran hängt er, der typische Spießer, sein Herz.

was ich alles bin - ich bin soviel


Kann ich mich damit irgendwo bewerben?

vermessung eines migranten



Ethem Kocer bei der Vermessung von Merter Sarihan, im Dokumentartheaterstück Gleis 11 von Christine Umpfenbach/ Münchner Kammerspiele, das im ehemaligen Luftschutzbunker am Münchner Hauptbahnhof aufgeführt wurde, 2010


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Hört, hört! Das Dokumentartheaterstück  Gleis 11 von Christine Umpfenbach wird im Oktober 2011 am Münchner Hauptbahnhof wieder aufgeführt!!! Die Karten waren bei der Uraufführung letzten Sommer binnen weniger Tage restlos ausverkauft! Wer also Interesse hat, sollte seinen Wecker auf 1.Oktober stellen! 
Ein Muss und Genuss für alle Gastarbeiterkinder, deren Freunde, Förderer, Fanatiker und Fans. Detaillierte Infos folgen noch!




 

Realpolitik und moralische Heuchelei


Der Fall Jemen
Nun wird das ganze Ausmaß der Heuchelei der US-Politik offenbar. Erst nach wochenlangen Protesten im Jemen, auf die das herrschende Regime nur mit Gewalt zu antworten weiß, entziehen die USA dem Präsidenten, Ali Abdullah Saleh, die Unterstützung. Kissingers Bonmot „Er ist zwar ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn“ verliert angesichts der ausufernden Gewalt des Staatsapparats gegen die eigene Bevölkerung seine Gültigkeit.

Sind Arbeitslose etwa faul? von Markus Omar Braun


Bismillahi-r-rahmani-r-rahim

Thilo Sarrazin mit „Bild“ im Chor:
Sind Arbeitslose etwa faul?


Die übliche Antwort der Volksdialektik auf diese Frage („Es gibt so'ne und so'ne“) liegt vielleicht manchem zuerst auf der Zunge, so auch dem Verfasser dieser Zeilen, erweist sich aber bei näherem Zusehen als völlig unangemessen, ist obige Frage doch nicht als Frage, sondern als unwiderlegbare Behauptung gemeint. Zum Anfang sei daher statt einer Antwort dem Autor ein Bericht aus eigener Perspektive gestattet, da er nun seit einem guten Dreivierteljahr zum genannten arbeitslosen Teil unserer Bevölkerung zu zählen wäre, wenn nicht...

"Der rassistische Dreisatz" - von Markus Omar Braun

Wenn Antisemiten und andere Rassisten ein Weltbild konstruieren:
Der rassistische Dreisatz

Ein Muslim, eine Muslimin, die es wagen, mit den radikaleren sogenannten "Islamkritikern" in vermeintlich intellektuellen Austausch zu treten, können sich mit der Erfahrung konfrontiert sehen, Teilnehmer an einem längst entschiedenen Spiel zu sein, bei welchem er, sie oder ihresgleichen nur als Verlierer vorgesehen sind. Meist findet nämlich gar keine unvoreingenommene Untersuchung auf geistiger Ebene statt, sondern lediglich ein intellektueller Schauprozess, dessen Ausgang geplant und daher vorgezeichnet ist.
Im Dreischritt zum unwiderleglichen Schuldspruch
Mit gewissem Recht kann die geistige Figur und Verlaufsform besagten und beabsichtigten Strafprozesses als Dreisatz der rassistischen Logik bezeichnet werden. Schiffer/Wagners Buch "Antisemitismus und Islamophobie – Ein Vergleich" gebührt nach Kenntnis des Verfassers dieser Zeilen für den deutschsprachigen Raum das Verdienst, auf besagtes hinterhältiges Konstrukt des rassistischen Diskurses erstmals in deutlicher Form verwiesen zu haben. Sabine Schiffer und Constantin Wager weisen durch ihre Untersuchung sein Vorhandensein und seine Mechanismen in der säkularisierten antijüdischen Hetze des Antisemitismus der Gründerzeit und folgenden Jahrhundertwende im kaiserlichen Deutschland, genauso wie in der jetzt virulenten "Islamkritik" und dem sie begleitenden "muslim-bashing" nach.

deutschland deportiert weiter

www.aktivgegenabschiebung.de

7558 menschen wurden 2010 von deutschland deportiert. davon 564 in die türkei, 523 in den kosovo und 501 nach serbien. 3559 wurden "zurückgeschoben". sie konnten gar nicht erst einreisen oder wurden nach kurzem Aufenthalt in ihr Herkunftsland zurückgeschoben. 2847 Menschen wurden auf Grundlage der Dublin II-Verordnung in anderen EU-Staaten abgeladen, weil diese für ihr Asylverfahren zuständig waren. 



Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Ulla Jelpke u.a. (DIE LINKE) zu den Abschiebungszahlen 2010.  Zum Brief hier klicken.

bin laden aus 1001 nacht

eben noch einsam in der höhle und nun bei den jungfrauen
- allah rahmet eylesin -


ich plädiere dafür, bin laden als held in die geschichtensammlung von 1001 nacht oder in die märchensammlung der gebrüder grimm aufzunehmen.
seit jahren werden uns nun die wundersamsten begebenheiten über bin laden und seine durchtrainierten terrortruppen erzählt. ein mann, der die twintower zum sturz gebracht hat und über 9 Jahre unentdeckt blieb. ein mann, der irgendwo zwischen den bergen, irgendwo in afghanistan, pakistan, irgendwo da weit hinten aufjedenfall unerkannt, umwoben von weißen leinentüchern und einem langen, langen bart, in asketischer einsamkeit überlebte. ein mann der alle paar monate kurzfilme einreichte, die wie göttliche offenbarungen aus dem himmel in die hände der mediengurus fielen. ein mann, der mehr doppelgänger hatte als michael jackson. ein mann, der schließlich von 40 elitesoldaten, die mit vier hubschraubern einflogen, mittels eines komplizierten kopfschusses getötet wurde, um anschließend in den wogen des meeres bestattet und ins jenseits befördert zu werden, dorthin, wo die teuflischen jungfrauen auf ihn warten. 
was lernen wir daraus: die besten geschichtenerzähler sind unsere geheimdienste und soldaten. sie ziehen sogar bundeskanzlerin merkel in ihren bann: „ich freue mich, dass es gelungen ist, bin laden zu töten“. jawoll, das war wirklich ein äußerst mitreißendes märchen, liebe medien, bravo bravo!



BSDS- Bayern sucht das Superlager!

Mit 118 Flüchtlingslagern unterhält Bayern das rigideste und am weitesten ausgebaute Lagersystem aller Bundesländer. Tausende Menschen leben jahrelang in Mehrbettzimmern in alten Gasthöfen, ausgedienten Kasernen und verrotteten Containerunterkünften. 40 bis 80 Personen benutzen in einer Zwangs-WG Gemeinschaftsküchen, -toiletten und -bäder.

freiheit

ich mag die ideen, die von der zerstörung der herrschenden gesetze berichten. ich bin an allem interessiert, was sich um aufruhr, unruhe, chaos und insbesondere scheinbar unsinnige aktivitäten dreht. mir erscheint gerade das der weg zur freiheit.

(Jim Morrison)

Burkaverbot tritt in Kraft - Macht euch nackich!

Aufklärerisches Wegsperren. Die neueste Innovation aus Frankreich:
Seit Montag (11.4.2011) ist es in Frankreich verboten, im öffentlichen Raum einen Ganzkörperschleier wie Burka oder Niqab zu tragen. Öffentlicher Raum heisst: Busse und Bahnen, Behörden und Krankenhäuser, Schulen, Geschäfte, Restaurants, Cafes, Parks und Straßen. Frauen mit Burka dürfen quasi nur noch in ihrer eigenen Wohnung, in ihrem Privatauto und in der Moschee sein.


BEI SOVIEL APARTHEID, RASSISMUS UND AUSGRENZUNG HILFT NUR NOCH:
burka-blog.blogspot.com




ihr kinderlein höret!

migriert, migriert, sonst sind wir verloren! wer rastet, der rostet! in der bewegung liegt die kraft! der springenden punkt, springt und sitzt nicht fest, nirgends! der rote faden der menschheit ist die migration! wir brauchen wohnwägen statt villen oder villen auf rädern! wir kommen niemals an, nirgendwo! Nur wer migriert, ist! Wer nicht migriert, ist nicht, nichts, nada, niente, weder mensch noch migrant!

Thing Frankfurt - 15 Jahre im www

15 Jahre Thing Frankfurt im WWW

 

der richtige moment für meine liebeserklärung an thing-frankfurt ist gekommen!
thing-frankfurt!
du unbeschreibliches, beschreibbares, ätherisches ding,
ich liebe dir! (nebst anna blume)

du bist sachlich, kritisch und politisch;
du bist nostalgie und zukunftsmusik.
du bist fresh und wohligwarm.
du bist hochspannend und inspirierend.
du bist das i-tüpferlchen am frankfurter himmel!

frankfurt ohne thing wäre wie ne meise ohne gesang!
danke, dass es dich gibt und danke, dass ich bei dir
lesen, posten, schreiben, mich ordnen, philosophieren,
vorbeischauen, essen, trinken, nachdenken, säufzen,
mich freuen und inspirieren lassen kann.

möge es dich bis 2096 geben (und darüber hinaus)!
und nun lasst uns anstoßen, brüder und schwestern!

deine stolze absolventin des legendären thing-frankfurt-praktikums,
tunay önder

Wichtiger Hinweis für Flugreisende


Sehr geehrte Flugreisende,
Sie machen eine Geschäftsreise oder fliegen in die Ferien, Sie holen ankommende Freunde oder Verwandte ab. Reisen, internationale Mobilität gehören zu unserer Vorstellung von Freiheit. Die Welt steht offen, wenn man das nötige Geld hat.

Zwangspassagiere an Bord?

Auch auf deutschen Flughäfen gibt es eine Kehrseite: Menschen, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, finden diese nicht und werden abgeschoben. Wenn Sie ein Flugticket kaufen, ist es deshalb gut möglich, dass in der Maschine, mit der Sie fliegen, Passagierinnen oder Passagiere sitzen, die nicht freiwillig fliegen.

die tscherkessen

tscherk
essen
essen
huhn.

essen
tscherk
essen
huhn?

kochen
tscherk
essen
essen,

essen
tscherk
essen
huhn!

wer sind die tscherkessen?

tunesien im ExZess

wichtiger Hinweis

Dieser Blog handelt mit Wortimport und Textexport.

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links oben befindet sich der springende punkt
und ruht sich aus.

Türken in die Türkenstraße!

Meine Damen und Herren, natürlich wissen wir es: Die Türkenstraße hat nichts mit den hiesigen Türken zu tun, sondern verdankt ihren Namen dem Graben von 1812, den die Kriegsgefangenen aus dem türkischen Krieg ausbuddeln durften.  Das soll uns aber nicht davon abhalten, die Dinge beim Namen zu nennen.

Der Name Türkenstraße weckt immense Erwartungen, bei den Touristen genauso wie bei den Einwohnern und nicht zuletzt bei den Türken  selbst. 
Wie oft sehe ich Menschen auf der Straße, die sich vergeblich nach Türken umsehen, traurige und enttäuschte Gesichter, die sich fragen wo die Türken in der Türkenstraße abgeblieben sind. Hat hier etwa die Gentrifizierung schon gewütet?

wichtiger hinweis

Dieser Blog verdirbt die Jugend.

Selten ist der Mensch weniger gewesen als heute

...da er flüchtiger geworden ist, als flüssiger Stickstoff in der Sonne. 

Er ließ sich wegtragen von den Sorgen und Nöten, die er hatte in eine Welt des nicht-sehen-Wollens. Die Maskerade, die er sich antat war grandios, ja geradezu grotesk, jedoch war dies der einzige Weg, um am Leben zu bleiben, nicht einzugehen im Einheitsbrei, der für sich in Anspruch nimmt, den Takt vorzugeben, nach dem sie zu tanzen hätten. Er wehrte und wehrte sich gegen die ihm zuwiderlaufenden Gedanken, Eigenschaften, Gefühle.

heute 2011

today is the shadow of tomorrow
today is the present future of yesterday
 yesterday is the shadow of today
-Madvillain-

Unruhig wälzte er sich in seinem Bett herum; es mochte elf oder zwölf Uhr sein und undurchsichtige, kurzlebige Traumgesichter, die er nicht deuten konnte, kündigten den Beginn eines weiteren Tages an. Er fröstelte und unwillig, gequält schlug er seine Augen auf. Sein Kopf schmerzte, der Dunst der Träume hing noch über seinem Kopf. Resigniert setzte er sich auf, überlegte kurz, welcher Tag heute sei, gab das Unternehmen aber rasch wieder auf. Es machte keinen Unterschied; er wollte sich nichts vormachen. Lange schon machte er sich nicht mehr die Mühe.

Der Regenmann

Der Regenmann war wieder da. Er erschien zur Mittagszeit in dem kleinen Dorf am Fuße des großen Berges, um es aus seinem Schlaf zu reißen. Die Leute hatten ihm diesen Namen gegeben, weil es immer regnete, wenn er im Dorf auftauchte; ob dies etwas mit ihm zu tun hatte, war nicht bekannt und nur die Alten und Abergläubischen glaubten daran. Alle anderen kümmerten sich nicht viel um ihn, vielmehr versuchten sie sich nicht von seinem Kommen bei der Verrichtung der täglichen Arbeit ablenken zu lassen.

L'enfant palestinien









Les chansons tristes dans ce pays ont une place
Mais les sourires des enfants n'ont aucune chance
Dis-moi toi la liberté qu'est-ce que tu en penses 
...Quand chaque soir les avions viennent faire la danse

seminar: prototypischer migrant

Laut Prototypentheorie sind wir Menschen nicht in der Lage das Existierende auf der Welt nach fest-umrissenen Merkmalen in eine Kategorie zu ordnen  - wie wir es gemeinhin glauben. Einfaches  Beispiel: Ein Vogel ist nicht gleich ein Vogel. Um ein Tier in die Kategorie Vogel einordnen zu können, muss das Tier die Fähigkeit des Fliegens aufweisen. Das Problem: Wo ordnen wir dann Pinguine ein?

mein migrantisches München


mein migrantisches münchen
von Tunay Önder 


München, buntes München! 

Die Leute sagen, 
du seiest eine Stadt mit Herz;
lass sie sagen, 
sie wissen nicht wie der Kirchturm steht. 

Du schickst deine Migrant_innen in die Vororte 
und  baust die Moscheen 
in der Peripherie. In die Peripherie
baust du deine Moscheen!

hallo? an deinen Fenstern hängen weiße Satelliten 
und du möchtes sie verbieten.
Bunt ist deine Farbe München, 
bunt sind deine Bewohner_innen. 

Und deine Politik ist schwarz, 
ist deine Politik schwarz? 

München, dein ü ist das i Tüpfelchen in deinem Namen,
dein Name tropft wie weiches Dönertalg,
weißt du es München, weißt du es schon, 
man kann dich auch Migrantenstadl nennen,
du  bist von innen wie von außen migrantisch. 

München, buntes München, wie sagen die Leute? 

Preisfrage: 

1. München ist das Migrantenstadl am Rande der Alpen. 
2. München ist migrantisch. 
3. Welche Farbe hat München?







Inspirationsquelle:  
1) An Anna Blume von Kurt Schwitters, 1919. Wobei die Intrerpretation von René Marik wärmstens zu empfehlen ist! 
2) München im Bundestag , München in Straßburg bzw. BrüsselMünchen im Landtag